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Mentale Stärke von Spitzenleuten Artikel 1: Ausgangspunkt ist die reale Situation

Durchschnittliche Führungskräfte handeln oft auf auf der Basis von Selbsttäuschung, Profis hingegen verwenden überprüfte Fakten. Die Handlungen der Besten sind in völliger Übereinstimmung mit der eigenen Visionen. Diese mentale Stärke ist der Grund, weshalb solche Menschen Champions genannt werden.

Was würden Sie als Coach eines angehenden Hochspringers sagen, wenn Ihr Schützlinge bei den messbaren Leistungen auf der Höhe von 1.60 Metern stecken bleibt, aber überall behauptet, 1.80m oder 1.90m wären eigentlich kein Problem, wenn er sich nur richtig anstrengte? Eine solche Haltung ist fürs Weiterkommen zur Spitze ein Hindernis.

Bei der Arbeit mit Führungskräften über einen Zeitraum von 20 Jahren hinweg stellte ich fest, dass viele Führungskräfte ihre Kompetenzen und Anstrengungen überschätzen oder schlicht nicht gründlich analysieren. Es fehlt die mentale Stärke, den Fakten ins Gesicht zu schauen. Viele Menschen täuschen sich dahingehend, dass sie denken, sie seien kompetenter und engagierter als sie in Wirklichkeit sind. Zudem verfolgen sehr viele Manager die Strategie des „Mehr Desselben“. D.h. wenn etwas nicht funktioniert, gehen sie davon aus, dass sie es nicht perfekt oder richtig gemacht haben und es nur mehr und intensiver versuchen müssten. Stattdessen wäre es wahrscheinlich meist sinnvoll, etwas anders zu machen, um etwas Anderes zu erreichen. Diese Denkfehler sind erstaunlich, wenn man bedenkt, dass es es gerade diese durchschnittlichen Führungskräfte sind, die wissen und wissen müssten, dass es etwas Besseres gibt. Von Zeit zu Zeit geht ihnen der Gedanke durch den Kopf, dass es schön wäre, zu den wenigen an der Spitze zu gehören. Doch die Selbstwirksamkeitserwartungen der durchschnittlichen Führungskraft sind zu tief, und so fehlt auch den Handlungen, die aus diesen niedrigen Erwartungen resultieren, die Durchschlagskraft, was nicht dabei hilft, wenn die großen Träume real werden sollen. Der Gruppendruck und die negative Denkroutine der Kollegen, die ihre Erwartungen auch schon tiefer geschraubt haben, offerieren zudem willkommene Entschuldigungen für das eigene Aufgeben der Visionen. Oder anders gesagt: Diese Gruppe möchte zur Spitze gehören, ist aber nicht bereit, den Preis dafür zu bezahlen. Da diese Tatsache für den Kopf unerträglich ist, wenden die meisten eine Selbsttäuschung an und denken, dass sie alles Menschenmögliche tun, um voran zu kommen. Doch das tun sie nicht. Obwohl sie – wenn gefragt – versichern, dass sie die ganze Zeit an ihrer Vision feilen, zeigt sich doch, dass genau diese Vision schon längst erodiert ist. Die Weltspitze auf der anderen Seite ist brutal hart und ehrlich mit sich selbst und schaut der Realität in die Augen. Sie wissen, dass man nur auf der Basis einer gesicherten Realität weiter und an die Spitze kommt. Selbsttäuschung und Selbstbetrug haben keinen Platz im Bewusstsein von Profis.

Was können Sie JETZT tun?

Machen Sie sich ein Geschenk von sich an sich selbst. Verpflichten Sie sich, Täuschungen vor der eigenen Tür zu entlarven. Dadurch befreien Sie sich automatisch von Rechtfertigungsballast, und es bläst Ihnen der erfrischende Wind der Realität entgegen. Seien Sie ehrlich und fragen Sie sich in kritischem Geist: „Stimmen meine Gewohnheiten, Handlungen und Verhaltensweisen mit meinen Lebensvisionen überein?“ Tun Sie JETZT das Schwierigste: Nehmen Sie sich ein wenig Zeit für sich selbst. Schreiben Sie wieder einmal Ihre eigenen Visionen in ein Heft oder auf ein Blatt Papier. Während Sie über Ihre Visionen nachdenken, scannen Sie durch Ihren Körper und erfühlen Sie, wie sich das anfühlt. Zudem können Sie jetzt, aus Spaß auf einer Skala den Grad der Erreichung Ihrer Vision festlegen. 1 steht für sehr nah, 10 für soweit von der Realisierung entfernt, wie nur möglich.

Falls Sie wissen wollen, wie Sie Ihre Wahrnehmung im betrieblichen Minenfeld systematisch überprüfen können, lesen Sie meinen späteren Artikel über die Zweikolonnen-Methode von Argyris.

Weitere Artikel zur mentalen Stärke von Führungskräften folgen alsbald in diesem Blog. Wenn Sie informiert bleiben wollen, oder an Ihren Visionen weiterarbeiten möchten, schreiben Sie sich einfach in unsere Email-Liste ein.

Ihr activeflow-Blogger

Claude André Ribaux

 

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